Wirtschaft

Grenzüberschreitender Einkauf

 

Mit der Motion des SVP Ständerats Werner Hösli wird das ewige Thema Einkaufstourismus wieder einmal behandelt. Es erstaunt auch mit der gleichen Regelmässigkeit, wie eine liberale Marktwirtschaft durch staatliche Eingriffe geregelt werden soll. Was für ein Widerspruch! Aber genau wegen dieser freien Marktwirtschaft haben wir kaum Einfluss auf die Kostenstrukturen unserer Produkte. Um aus vielen nur zwei wesentliche Punkte hervorzuheben, möchte ich einerseits auf die horrenden Mietzinse hinweisen, die für die Geschäfte zu enormer Belastung führen, die aber keinen Gegenwert für den Kunden ergeben. Solche Mietzinse sind virtuell, d.h. sind die Kundenströme gross, errechnen sie sich nicht mehr nach den effektiven Kosten, was zu uferlosen Steigerungen geführt hat. Ein zweiter Punkt sind die Preisregelungen von Firmen, die den Schweizer Markt als den ertragsreichsten abschöpfen wollen. Jene Politiker, die sich heute so für die Wirtschaft einsetzen und Einfuhrrestriktionen zu Gunsten der Unternehmen wünschen, gerade die verhindern, dass das Cassis-de-Dijon-Prinzip umgesetzt und eingehalten wird. Aber auch die Durchsetzung des Kartellgesetzes wird durch die selben Politiker verhindert. Weswegen wohl? Genau, um die hohen Preise in der Schweiz zu sichern. Wie sonst ist zu erklären, dass beispielsweise Produkte von Baiersdorf (NIVEA) in der Schweiz teurer im Einkauf, als im Ausland im Verkauf sind. Deswegen wäre es dringender und sinnvoller, wenn sich die Politik endlich diesen Themen ernsthaft annehmen würde, als sich mit Mehrwertsteuerfragen in Szene zu setzen.

 

Bruno Schnellmann, FDP Dornach, 07.06.2017

Die Schweiz hat es verpasst ihren Joker zu nutzen

 

Das Abstimmungsresultat über die USR III ist bekannt und ist nicht in Frage zu stellen. Worüber man sich nun allerdings Gedanken machen muss ist, wie kann das Steuersystem angepasst werden ohne den befürchteten Schaden zu verursachen. Der Druck der OECD wird die selben Auswirkungen auf die Schweiz haben, welche wir bereits von den nachrichtenlosen Vermögen, der Abschaffung des Bankgeheimnisses und andern Fällen her kennen. Am Ende des Tages musste die Schweiz ihre Gesetze unter Druck von aussen doch so anpassen, dass sie international kompatibel sind. Eine Steuerharmonisierung wird unausweichlich und deswegen ist es unverständlich, weshalb es die Schweizer Bevölkerung nicht verstand ihren Joker zu spielen. Eine neue Lösung wird wohl ähnliche Ansätze beinhalten, denn wäre es nicht so, käme es mit Sicherheit zu fatalen Folgen mir irreparablen Schäden. Es ist aber auch unbestritten, dass die Schweiz mehr als nur ein Steuerparadies zu bieten hat.  Worauf und in welchem Masse die Wirtschaft jedoch reagiert richtet sich nicht nach den Wünschen und der Gunst der Schweiz. Der Kampf am Markt ist unerbittlich und lässt keinen Raum für Sentimentalitäten.

 

Bruno Schnellmann, FDP Kantonsratskandidat SO, 

Verkauf von Syngenta an ChemChina

Mail zu Händen des Bundespräsidenten. 

Sehr geehrter Herr Bundespräsident Schneider-Ammann

Als selbständiger Unternehmer und Parteimitglied der FDP schliesse ich mich fast selbstverständlich dem wirtschaftsliberalen Gedankengut an. Aber nicht um jeden Preis. So zum Beispiel fällt es mir schwer Ihren Gedanken und öffentlichen Äusserungen zu folgen, die Sie im Zusammenhang mit dem beabsichtigten Verkauf von Syngenta an die chinesische Firma ChemChina verbreiteten. Seit über zwanzig Jahren werden Handelsbeziehungen mit China gepflegt, auf- und ausgebaut und man verbreitet damit die Auffassung im "Reich der Mitte" liegt das Eldorado. Sicher bringt es die Globalisierung mit sich, dass Handelsbeziehungen mit entsprechenden Handelspartnern aufgebaut werden und wurden. Sie sind auch sicher Teil unseres Wohlstandes, aber mit Grenzen. Was hingegen immer etwas zu kurz kommt, ist die Betrachtung des Preises, den wir dafür bezahlen. Auch eine florierende Handelsbeziehung hat seinen Preis und der ist in manchen Fällen aus meiner Optik zu hoch. Er wird in der breiten Öffentlichkeit auch selten beschrieben. Das überrascht nicht, da er sich erst in einer Langzeit-Betrachtung manifestiert, dann wenn die Folgen unumkehrbar sind. Mit dem Verkauf von Syngenta wird einmal mehr nicht nur ein erfolgreiches, schweizerisches Unternehmen ans Ausland abgetreten, es erfolgt damit auch ein nicht zu unterschätzender Know-How- und Technologietransfer - ein Ausverkauf des Wissens - wobei nebenher eine einseitige Abhängigkeit entsteht. Es ist wohl kaum anzunehmen, dass solche Firmen sich den gut schweizerischen Werten unterordnen und in Verantwortung treten. Am Rande angesprochen wären die verloren gegangenen Arbeitsplätze, z.Bsp. Hierzu beleuchtet eine Studie dreier amerikanischer Ökonomen "The China Shock: Learning from Labor Market Adjustment to Large Changes in Trade" die langfristigen Auswirkungen des Ausverkaufs der Heimat. Brain-drain, der einmal stattgefunden hat, ist kaum mehr zurück zu bekommen und somit resultiert daraus die Notwendigkeit weitere Innovationstechnologien und -produkte zu entwickeln, die meist und in immer kürzeren Intervallen ans Ausland (spr. China) abwandern. Diese Lücken in Forschung und Produktion zu schliessen erfordern immer mehr Aufwand unsererseits in Mittel und Ressourcen, für die es immer schwieriger wird diese zu schliessen. Ich bedaure es sehr, dass im Ausland mit unserem Erfindergeist Profit gemacht wird und wir zu Hause die daraus entstehenden Probleme zu lösen haben.

In diesem Sinne würde ich es sehr begrüssen, dass auch in oberster Politik diesen Umständen mehr Beachtung geschenkt wird und dass auch die Protagonisten der Wirtschaft sich dieser Verantwortung bewusstgemacht werden müssen. Es müssen neben den profitorientierten Entscheidungen auch die langfristigen Folgen am Tisch der Vernunft und Verantwortung diskutiert werden. Ich sähe es gerne, von Ihnen, sehr geehrter Herr Bundespräsident, auch einmal ein Statement dazu zu hören oder lesen. Zudem würde es mich auch sehr freuen, einen persönlichen Kommentar zu meinem Anliegen von Ihnen zu erhalten.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg in Ihrem Präsidialjahr.

Freundliche Grüsse

Bruno Schnellmann, Kohliberg 6, 4143 Dornach, bruno.schnellmann@bluewin.ch

 

Dornach, 11.02.2016

Wirtschaftliche Entwicklung „Nördlicher Jura“

 

Selbstverständlich gibt es wie überall auf der Welt auch hier industrielle Ballungszentren. Im Gebiet „Nördlicher Jura“ stehen die Basler Pharmabetriebe und weitere grosse Unternehmungen monolithisch in der öffentlichen Wahrnehmung und in der Sonne der kleinen und mittleren Betriebe. Das Rückgrat der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit bilden jedoch die KMU’s. Doch weshalb verschwinden sie im Glanz der dauerthematisierten Pharma? Gemessen am Umsatz dieser haben sie es auch wirklich schwer sich den nötigen Respekt und Anerkennung zu verschaffen. Es wäre wohl zu einfach den „wahren“ Grund dafür auszumachen. Hingegen stellt sich die Frage was für Möglichkeiten stehen ihnen zur Verfügung? Spricht man in der Region von der Pharma, so wird diese durch ihr jahrelanges Lobbying als Einheit wahrgenommen und ist sowohl wirtschaftlich als auch politisch vertreten. Darin zeigen sich die ersten strukturellen Schwächen der Kleinen. Historisch begründet gibt es zu viele Interessensvertretungen und –bindungen wie: Berufsverbände, Gewerbevereine, Gewerbeverbände, Wirtschaftsverbände und viele weitere ähnliche Institutionen. Den meisten fehlen jedoch Mittel und Know-How, um deren Interessen wirkungsvoll zu vertreten. Sie sind dezentral organisiert, vertreten meist die selben oder ähnliche Interessen und oft besteht eine mangelhafte Kommunikationskultur unter den Verbänden. Ein erster Schritt wäre die Interessensbündelung der kleinen und mittlernen Unternehmungen.

 

Die heutige dezentrale Struktur der KMU Organisationen im „Nördlichen Jura“ schwächt die einzelnen Mitglieder, bindet Ressourcen und schränkt die Handlungsmöglichkeiten und –fähigkeiten der Organisationen und Mitglieder erheblich ein. Zudem erkennt man wie einzelne grosse Verbände und Handelskammern sich dezitiert auf die lukrativen Geschäfts- und Themenkreise konzentrieren. Im Umfeld dieser ist es dann auch um ein Vielfaches einfacher sich zu profilieren. Die Anforderungen, denen die KMU’s ausgesetzt sind werden jedoch nur am Rande bewirtschaftet. Die fehlende Lobby resultiert in den filigranen Strukturen der Verbände, die sich über das gesamte Einzugsgebiet hinziehen. Der wachsende Druck der Wirtschaft erfordert eine längst fällige Anpassung, vor allem im Hinblick auf den Erhalt der Wirtschafts- und Konkurrenzfähigkeit der Betriebe. Diese benötigen professionelle Unterstützung bei der Innovation von Produkten und der Herstellung, im technologischen Ausbau des Betriebs, sowie in der Beschaffung und Logistik. Um diese verantwortungsvolle Aufgabe wahrnehmen zu können, bedarf es einer überregionalen Organisation, die die kritische Grösse hat und proaktiv die Rahmenbedingungen für die KMU’s bereitstellt. Sie hat sich daneben als politische Macht zu positionieren, um im wirtschaftspolitischen Diskurs ihre Forderungen durchzusetzen.

 

Bei der Analyse der Wirtschaftsstrukturen „Nördlicher Jura“ fällt auf, dass ähnlich den Organisationen, in denen die Unternehmen vertreten sind, strukturelle Defizite bestehen. Eine zentrale KMU-Vertretung hätte auch den Wandel, bzw. die Strukturanpassung einzuleiten und zu moderieren. Dies bewahrt die Regionen vor dauerhafter wirtschaftlicher Schädigung. Das sich rasant verändernde wirtschaftliche Umfeld fordert alle Marktteilnehmer zu äusserster Flexibilität. Kann den Entwicklungen nicht gefolgt werden, bleibt nur der auswegslose und ruinöse Kampf im Markt mit ungleich langen Spiessen. Betriebe, denen es gelungen ist den Strukturwandel zu vollziehen, stehen bereits heute mit besseren Wettbewerbsbedingungen der Konkurrenz gegenüber. Es gibt schon heute einige Vorzeigebetriebe, die zwar nicht repräsentativ sind, jedoch symbolisch für den Weg der Zukunft dastehen. Die Umsetzung geeigneter Wirtschaftsmodelle bringt nicht nur Lösungen für die Betriebe, sie nutzt wirtschaftliches Potenzial in strukturschwachen Regionen. Selten werden einzelne Unternehmen die Anforderungen des marktwirtschaftlichen Umfelds erfüllen können, weshalb es unumgänglich sein wird entsprechende Clusters zu bilden. Nicht als Utopie, sondern mit visionärem Weitblick und Mut zur Veränderung muss der Weg der Zukunft beschritten werden.

 

Bruno Schnellmann, Kantonsratskandidat der FDP

Der Preis ist zu hoch

 

Auch Herr Fehr (SVP Politiker) reiht sich in den Chor der Kläger über den Einkaufstourismus ein. Auch er singt den Reigen jener, die es versuchen den wirtschaftlichen Erfolg der schweizerischen Unternehmen und die Verantwortung dafür dem Konsumenten, dem Schlusslicht der Wertschöpfungskette anzuhängen und meint dabei, dass dies eine anästhesierende Wirkung auf die Konsumenten haben könnte. Dabei übersieht er oder vielmehr er unterschlägt dabei, dass allem voran die Industrie und alle Wirtschaftsteilnehmer ihre Aufgaben zu machen haben und dabei genauso ihre Verantwortung für den volkswirtschaftlichen Erfolg zu tragen haben. Beispiel: die Firma GABA in Therwil stellte die Produktion der Zahnpasta ELMEX ein, entliess die Mitarbeiter, verlegte die Produktion nach Polen mit dem Argument, dass dort billiger produziert werden könne. Von den entlassenen Mitarbeitern erwartet das Unternehmen von dem gut schweizerischen Pflichtbewusstsein der Bürger, dass eben diese Mitarbeiter weiterhin ELMEX Zahnpasta in der Schweiz einkaufen, obschon sie nicht um fünf Rappen billiger geworden ist. Es stellt sich dabei die Frage, wer profitiert von den günstigeren Produktionskosten? Als weiterer ökonomischer Kurzlehrgang für Herrn Fehr: Jedes Unternehmen, und da zählt auch der Konsument dazu, der ein Mikro-Ökonom ist, setzt seine Betriebsmittel (Geld) so ein, dass er den grösst möglichsten Gegenwert erhält. Warum soll das, was für die Unternehmen gilt nicht auch für den Privathaushalt gelten? Zu den unternehmerischen Grundsätzen, auch wenn diese nicht explizit in den Lehrbüchern nachzulesen sind, gehört es dazu, dass ein Unternehmen gut beraten ist wenn es die Grundlage seiner potenziellen Kunden nicht zerstört, sondern versucht diese zu erhalten. Vermutlich hat sich Herr Fehr nie mit den exorbitanten Mietzinsen der Basler Innenstadt auseinandersetzen müssen? Ein Preisgefüge, welches für den Kunden keinen erkennbaren Mehrwert bringt. Auch daraus ist abzuleiten, dass der Konsument nicht zwingend dem Immobilieneigentümer seine Jacht im Mittelmeer oder dem Aktionär seine Dividende finanzieren muss. Fazit: bleiben wir dabei, die reisewilligen Konsumenten sollen soviel im Ausland einkaufen wie nur möglich, damit nach dem Kollaps unseres unsinnigen Systems wieder vernünftige Rahmenbedingungen geschaffen werden. Dann begreift jeder Konsument wieder, dass sich der Einkauf auch in der Schweiz lohnt.

Bruno Schnellmann, FDP Dornach, BAZ vom 04.06.2016

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